Unterschied deutsche und englische Insolvenz

Mit der Durchführung eines Insolvenzverfahrens nach deutschem Recht soll dem Schuldner die Möglichkeit gegeben werden, eine Restschuldbefreiung zu erlangen. Dies ist eine Kannleistung, was heißt, dass nicht sichergestellt ist, dass die Restschuld nach der 6-jährigen Wohlverhaltensphase auch erlangt wird.

Nun ist das deutsche Insolvenzrecht auf die möglichst vollständige Befriedigung der Gläubigeransprüche ausgerichtet. Dementsprechend „gründlich“ wird dann auch vorgegangen: Bis zu 9 Jahre können so leicht vergehen, bis eine Restschuldbefreiung eintritt. In der Praxis folgt daraus ein jahrelanges Leben unterhalb der Pfändungsfreigrenze. Dabei wird in vielen Fällen eine Tilgung der Verbindlichkeiten aufgrund ihrer Höhe nicht annähernd erreicht.

Nach englischem Insolvenzrecht erfolgt eine Restschuldbefreiung spätestens nach 12 Monaten! Grundlage für die Restschuldbefreiung nach 12 Monaten bildet die EU-Rechtsprechung und das BGH-Urteil vom 18. 9. 2001, mit dem Aktenzeichen: IX ZB 51 / 00. Der Leitsatz des BGH-Beschlusses lautet:

Wenn sich ein deutscher Staatsangehöriger ins Ausland begibt und sich dort einem Verfahren zur Restschuldbefreiung unterwirft, welches den Regelungen der deutschen InsO, insbesondere in Bezug auf die Vermögensverwertung, grundsätzlich entspricht, so ist eine dort erteilte Restschuldbefreiung auch im Inland anzuerkennen. Die im Ausland ( hier: England ) geltenden Fristen zur Erlangung der Restschuldbefreiung müssen nicht den relativ langen Fristen der deutschen InsO entsprechen. BGH, Beschluss vom 18. 9. 2001 - IX ZB 51 / 00

Darüber hinaus gibt es noch einige Vorteile, die das englische Insolvenzverfahren bietet. Mit unseren Erfahrungen und Möglichkeiten sowie der Tatsache, dass Sie im Falle einer englischen Insolvenz in England von unserem dortigen Mitarbeiter-Team persönlich betreut werden, sollten Sie für sich prüfen lassen, ob ein solches Verfahren für Sie in Frage kommt!


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