Allgemeines zur Verbraucher-Insolvenz

Die Möglichkeit des Verbraucherinsolvenzverfahrens gibt es nur für Privatleute, die keine selbständige berufliche Tätigkeit ausüben oder ausgeübt haben oder für natürliche Personen, die zwar eine selbständige berufliche Tätigkeit ausgeübt haben, deren Vermögensverhältnisse mit weniger als 20 Gläubigern aber überschaubar sind.

Dementsprechend sind natürliche Personen ausgeschlossen, die noch aktiv eine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausüben.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren ist ein dreistufiges Verfahren:

-> 1. Außergerichtlicher Einigungsversuch
-> 2. Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren
-> 3. Vereinfachtes Insolvenzverfahren mit anschließender Wohlverhaltensphase


-> 1. Außergerichtlicher Einigungsversuch

Diese Möglichkeit ist natürlich die optimale für den Schuldner, wenn er seine Gläubiger von einem Schuldenerlass oder einer ratenweisen Rückzahlung ohne gerichtlichem Beisein überzeugen kann. Wobei zu bedenken ist, dass dieses nur funktioniert, wenn der Schuldner glaubwürdig erklären kann, dass er noch imstande ist, eine gewisse Teilsumme zurückzuzahlen.

Dieses kann er beispielsweise durch Offenlegen seiner kompletten Gelder oder Erstellen eines Schuldenbereinigungsplans tun. Ist er aus Sicht der Gläubiger unglaubwürdig, dann bleiben nur noch das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren oder das vereinfachte Insolvenzverfahren mit anschließender Wohlverhaltensphase.


-> 2. Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren

Dieses Verfahren beinhaltet einen Schuldenbereinigungsplan, indem der Schuldner seinen Gläubigern darstellen kann, wie er sich einen gütlichen Ausgleich mit ihnen vorstellt. Für diesen Schritt stehen dem Schuldner alle Möglichkeiten offen, wie etwa Stundung, Ratenzahlung oder Erlasse.

Dieser Schuldenbereinigungsplan und die Vermögensübersicht des Schuldners wird vom Insolvenzgericht den Gläubigern zugestellt. Mit der Zustellung beginnt die einmonatige Frist, in der die Gläubiger dazu Stellung nehmen können.

Wenn dann mehr als die Hälfte der Gläubiger dem Plan zustimmen und wenn die Summe der Ansprüche von den zustimmenden Gläubigern mehr als die Hälfte der Gesamtansprüche beträgt, so ist der Schuldenbereinigungsplan angenommen.

Ungültig ist der Plan in zwei Fällen:

1). Ein nicht zustimmender Gläubiger wird im Verhältnis zu den übrigen Gläubigern unangemessen benachteiligt
2). Ein nicht zustimmender Gläubiger steht durch den Schuldenbereinigungsplan wirtschaftlich schlechter dar, als bei Durchführung des Insolvenzverfahrens.

Wird der Schuldenbereinigungsplan angenommen, so findet kein Insolvenzverfahren statt, sondern die Zahlungen an die Gläubiger richten sich nach dem Schuldenbereinigungsplan.


-> 3. Vereinfachtes Insolvenzverfahren

Dieses Verfahren kommt dann zu tragen, wenn der Schuldenbereinigungsplan nicht angenommen wird und es dementsprechend kein Schuldenbereinigungsverfahren gibt. Es folgt dann das sogenannte vereinfachte Insolvenzverfahren. Bei diesem Verfahren gelten vereinfachte Regeln, die sowohl zu einer Zeitersparnis als auch zu einer Kostenersparnis führen. Zum Beispiel wird ein Treuhänder über das Vermögen des Schuldners verfügen. Es gibt auch spezielle Regeln bezüglich der verwertungsfähigen Masse, so dass bestimmte Vermögensgegenstände, wie zum Beispiel das Haus des Schuldners, der PKW oder Gegenstände nichtverschuldeter Eheleute aus der Verwertung herausgehalten werden können.


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