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Allgemeines zum deutschen Insolvenzverfahren

Wer Schulden hat, muss neben den Verbindlichkeiten auch noch alle aufgelaufenen Zinsen und Nebenkosten wie z.B. Mahnkosten und Inkassogebühren usw. zahlen. So kann aus einem hohen Schuldenberg eine Schuldenfalle werden, die bis zur Zahlungsunfähigkeit reichen kann. In vielen Fällen ist der letzte Ausweg die Insolvenz.

Insolvenz bedeutet grundsätzlich, dass der Schuldner nicht mehr seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann.

Diese Schuldner können über Beratungsstellen Hilfe erhalten. Dabei werden sie von einem Schuldnerberater betreut, der sich vorrangig um die zeitnahe Finanzierung der elementaren Lebensbedürfnisse kümmert. Stark überschuldete Privatpersonen können an dem sogenannten Verbraucher-Insolvenzverfahren teilnehmen, das ihnen eine Schuldenbefreiung innerhalb von ca. sechs Jahren ermöglicht. Während dieser Laufzeit wird den Schuldnern viel Disziplin und Sparsamkeit abverlangt, da der pfändbare Betrag ihres Einkommens abgeführt werden muss. Von den ersten Schritten der Schuldnerberatung über den außergerichtlichen oder gerichtlichen Vergleich bis zur Antragstellung bei Gericht, der Verfahrenseröffnung und letztendlich der "möglichen" Restschuldbefreiung vergehen jedoch oftmals mehr als 8-10 Jahre. Unberücksichtigt der unangenehmen Nebenwirkung, dass das Insolvenzverfahren noch einige Jahre in der Schufa steht - Und dies "nach erfolgter" Restschuldbefreiung.

Es gibt jedoch andere Lösungsansätze mit verkürzter Verfahrenslaufzeit. Dazu mehr [hier]

Arten der Insolvenz-Verfahren

Insolvenzverfahren sind in drei Arten zu unterscheiden:

Regelinsolvenzverfahren

Bei einem Regelinsolvenzverfahren werden die Forderungen des Gläubigers immer befriedigt. Hierbei wird das Vermögen des Kreditnehmers verwertet und der Erlös wird dem Gläubiger zugeführt, beispielsweise wenn ein Unternehmen durch eine Insolvenz aufgelöst wird.


Insolvenzplanverfahren

Im Gegensatz dazu soll ein Insolvenzplanverfahren ein betroffenes Unternehmen aufrechterhalten. Hier wird gemeinsam mit den Gläubigern ein Insolvenzplan erstellt, der Regelungen beinhaltet, wie das Unternehmen weitergeführt werden soll. Unter anderem wird in dem Insolvenzplan festgelegt, wie die Bedürfnisse der Gläubiger erfüllt werden sollen bzw. wann das Unternehmen bei Scheitern liquidiert werden soll.


Verbraucherinsolvenzverfahren (betrifft Privatpersonen)

Die Verbraucherinsolvenz wird bei Privatpersonen eingesetzt und stellt eine Vereinfachung der Regelinsolvenz dar. Eine Verbraucherinsolvenz ist von daher vereinfacht, da kein Unternehmen oder ähnlicher Geschäftsbetrieb besteht, welcher möglicherweise aufrecht erhalten werden muss. Bei einer Verbraucherinsolvenz muss der Schuldner auf jeden Fall versuchen, sich außergerichtlich mit seinem Gläubiger zu einigen. Erst wenn dies scheitert und innerhalb von sechs Monaten keine Einigung herbeigeführt werden kann, ist der Schuldner berechtigt ein Insolvenzverfahren zu beantragen. Bei Beantragung einer Verbraucherinsolvenz muss der Schuldner im voraus erklären, ob er eine Restschuldbefreiung beantragen möchte. Ferner muss er eine Aufstellung aller seiner Vermögenswerte vorweisen und einen Schuldenbereinigungsplan erstellen. Weitere Informationen zum Verfahrensablauf des Verbraucherinsolvenzverfahrens finden Sie [hier]

Insolvenzverwalter

Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, legt das Amtsgericht einen Insolvenzverwalter fest. Diese nimmt das Vermögen des Schuldners in seinen Besitz und bewertet dieses. Ein eingesetzter Insolvenzverwalter besitzt ein Verwaltungs- und Verfügungsrecht über das Vermögen des Schuldners. Bei Unternehmen heißt das, der Insolvenzverwalter führt unter gewissen Voraussetzungen das Unternehmen praktisch zunächst einmal fort. Anschließend wird eine Gläubigerversammlung einberufen. Hier muss der Insolvenzverwalter Auskunft über das Vermögen des Schuldners geben. Ferner wird beschlossen, ob eine Fortführung des Unternehmens Sinn macht und wie die Bedürfnisse der Gläubiger am Besten befriedigt werden können. Wird in der Gläubigerversammlung beschlossen, dass das Unternehmen nicht fortgeführt werden soll, muss umgehend die Verwertung der Vermögenswerte stattfinden. Bei Privatpersonen besitzt der Insolvenzverwalter ebenfalls ein Verwaltung- und Verfügungsrecht über das Vermögen des Schuldners. Er nimmt auch hier das Vermögen in seinen Besitz, mit dem Ziel der Bewertung und Verwertung.

Erlös aus der Verwertung

Der Erlös aus der Verwertung wird nach Abzug der Kosten des Insolvenzverwalters, an die Gläubiger weitergegeben. Wird ein Insolvenzverfahren durchgezogen, kann im Anschluss eine Restschuldbefreiung beantragt werden.

Die Restschuldbefreiung

Die Restschuldbefreiung kann nur durch den Schuldner beantragt werden. Wird der Restschuldbefreiung zugestimmt, müssen alle pfändbaren Vermögenswerte für einen Zeitraum von sechs Jahren an einen Treuhänder abgegeben werden. Mit dieser Verpfändung soll die Rückführung der aus der Insolvenz resultierenden Schulden gewährleistet werden. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Schuldner alles unternimmt, um einer Tätigkeit nachzugehen. Dazu gehört die Ausübung jeglicher zumutbarer Arbeiten.

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